Handlungsspielräume erhalten die psychische Gesundheit

Etwa zwei Drittel der Beschäftigten in Deutschland können ihre Arbeit zeitlich planen und einteilen, jedoch hat nur knapp jeder Dritte Einfluss auf seine Arbeitsmenge. Gleichzeitig sieht etwa jeder siebte Beschäftigte (15 Prozent) seinen Gesundheitszustand als weniger gut oder schlecht an, vor allem Schlafstörungen und Erschöpfung als Anzeichen gestörter Erholung sind auf dem Vormarsch. Dies und mehr zeigt der Stressreport 2019, den die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) veröffentlicht hat.

So zeigt der Stressreport, dass die Arbeitsintensität für rund die Hälfte der Beschäftigten seit einigen Jahren unverändert hoch ist. Etwa die Hälfte der befragten abhängig Beschäftigten gibt an, häufig von starkem Termin- oder Leistungsdruck betroffen zu sein. Zugleich verringern sich bei einem Teil der Beschäftigten – auch vor dem Hintergrund digitaler Steuerungssysteme – die Handlungsspielräume. Dies trägt offensichtlich auch bei, dass die gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei diesen Beschäftigten eher zunehmen.

80 Prozent der Befragten geben an von ihren Kollegen und 60 Prozent von ihrem Vorgesetzten unterstützt zu werden. Die Belastung der Führungskräfte selber ist, beispielsweise durch ortsflexible Arbeit und überlange Arbeitszeiten, oft sehr hoch. Dabei ist die Rolle der Vorgesetzten als Unterstützer immer dann besonders wichtig, wenn Organisationsveränderungen oder neue Aufgaben zu bewältigen sind.

Im Trend ist Arbeit immer weniger an feste Zeiten und Arbeitsplätze gebunden. So berichtet beispielsweise fast jeder fünfte Erwerbstätige, in Rufbereitschaft und Bereitschaftsdienst zu arbeiten.

Haben Beschäftigte zeitliche Handlungsspielräume, geht das häufig auch mit einer besseren Gesundheit einher. Arbeitszeit sollte für Beschäftigte planbar und vorhersehbar sein. Etwa jeder vierte Beschäftigte arbeitet laut Stressreport ortsflexibel, was mit Dienstreisen, Auswärtsübernachtungen oder wechselnden Arbeitsorten verbunden ist. Mobil beziehungsweise ortsflexibel Tätige berichten – im Vergleich zu den übrigen Beschäftigten – seltener, dass ihnen die Trennung zwischen Arbeit- und Privatleben gelingt. So haben seit 2012 auch Erholungsbeeinträchtigungen zugenommen.

Immerhin gibt etwa jeder dritte Beschäftigte lange oder überlange Arbeitszeiten an. Von häufiger Müdigkeit berichtet fast die Hälfte und von häufigen Schlafstörungen fast ein Drittel der Beschäftigten. Über körperliche Erschöpfung klagen zudem aktuell 37 Prozent, über emotionale Erschöpfung mehr als ein Viertel der Beschäftigten und 22 Prozent der Befragten geben an, von der Arbeit häufig nicht abschalten zu können.

Weitere Informationen: Stressreport 2019 der BAuA

Ein Recht, das durch eine Betriebsvereinbarung eingeräumt wurde, ist nach dem Betriebsverfassungsgesetz dem Einwand der Verwirkung entzogen. Die...

Bereitschaftszeiten, in denen ein Arbeitnehmer in Einsatzkleidung mit dem Einsatzfahrzug innerhalb von zwanzig Minuten seinen Dienstort zu erreichen...

Verlässt ein Arbeitnehmer vor Schichtende unabgemeldet seinen Arbeitsplatz, steht er nicht unter Unfallversicherungsschutz. Ist bei einem...

Ein Abruf für die Datenkommunikation zum Meldejahr 2020 ist ab dem 1. November 2020 möglich.

Die gesetzliche Unfallversicherung hat die aktuellen Zahlen für das erste Halbjahr 2020 veröffentlicht.

Aufgrund der Corona-Pandemie wurde eine Erweiterung des Anspruchs für das Jahr 2020 beschlossen.

weitere News